Protestaktion gegen die Privatisierung des Blocks 5 Prora am 27.8.2016

27. August: Aktion in Prora

Zum ersten Mal machen Lothar und ich eine Aktion, die quotiert stattfindet. Kerstin und Doris sind nicht nur tapfer, sondern sehr aktiv dabei. Die beiden großen Banner am Block 5 in Prora runter zu lassen, war wesentlich schwieriger, als wir es erwartet hatten, denn viele Türen im Gebäude sind zugemauert worden, da das Haus baufällig ist. Baufällig allerdings ist nicht der Beton. Die vom Kreistag gegen unseren Widerstand beschlossene Privatisierung wird für Investoren an diesem schönsten Strand der Insel attraktiv sein, um weitere Luxuswohnungen zu verkaufen. Geschichte und soziale Möglichkeiten bleiben dabei auf der Strecke. Dass SPD und CDU angesichts der Geschichte von Prora so etwas durchsetzen, enttäuscht und empört mich. Die geplante Lesung von Peter-Michael Diestel in der Jugendherberge musste ich kurzfristig absagen, da seine 90-jährige Mutter erkrankt ist, und er zu ihr nach Leipzig gefahren ist. Die Besucher verstanden es, und ich versprach, das Treffen mit ihm nachzuholen.

 

Pressemitteilung vom 25. August:

 

Plakataktion am Sonnabend in Prora

Was wird aus der Friedenssehnsucht der Menschen und was wird aus Prora?

Der bevorstehende Weltfriedenstag am 1. September 2016 sowie die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern am 4. September 2016 sind Anlass, um auf wichtige Kernthemen linker Politik hinzuweisen.
Aus diesem Grund wird Dr. André Brie, Mitglied des Landtags MV und Kandidat der LINKEN. für die Landtagswahl am Sonnabend, 27. August 2016 um 12:00 Uhr eine Aktion mit Großplakaten am Block V in Prora durchführen. Dazu sind Einwohner und Gäste der Insel sowie Vertreter der Medien herzlich eingeladen.
Prora steht heute stellvertretend für die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung im öffentlichen Focus: Reichtum und Luxuswohnungen auf der einen Seite und eine sich vertiefende soziale Spaltung auf der anderen. Ein Vergessen oder Leugnen der nazistischen und rassistischen Geschichte darf es nicht geben.
„Geschichte durch den Block V in die Gegenwart zu holen, zu erhalten und bewusst zu machen, ist erforderlich. Wir lehnen die Nutzung von Prora nicht ab.“ so Dr. Brie: „Aber Geschichte darf nicht verloren gehen. Gegen Rechtspopulismus, Neofaschismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist ihr Wachhalten wichtiger denn je.“
Bunt und sozialer soll es in Mecklenburg-Vorpommern nach dem Willen der LINKEN. zugehen. Deshalb kann man sich seitens der LINKEN.  in Block V neben einer Heimstatt für Geschichtsaufklärung und Begegnung durchaus auch sozialen Wohnungsbau vorstellen.
Das Friedenstaubenplakat, gestaltet von Professor Glende aus Rostock, ist geschmückt mit Fahnen von Ländern, in denen Krieg herrscht, aus denen Flüchtlinge kommen. Deutschland steht hier in der Verantwortung. Und Prora, ein Ort, an dem während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter aus Polen; Frankreich und der Sowjetunion eingesetzt waren, ist genau der Ort, um daran zu erinnern.