Besuch André Bries bei der Beratungsstelle für Betroffene häuslicher Gewalt der Kinder- Jugend- und Familienhilfe Rügen. v.l.n.r.: Dr. André Brie, Frau Wallis, Leiterin der Beratungsstelle sowie Frau Draheim, Mitarbeiterin der Beratungsstelle

Kampf gegen häusliche Gewalt

Dr. André Brie, Mitglied des Landtages Mecklenburg-Vorpommern, Fraktion DIE LINKE besuchte am 25. Juni 2015, die Beratungsstelle für Betroffene häuslicher Gewalt der Kinder- Jugend- und Familienhilfe Rügen. Anhand der Ergebnisse einer Studie der europäischen Grundrechtsagentur von 2014 schilderten die Leiterin, Frau Wallis und ihre Mitarbeiterin, Frau Draheim die Lage auf Rügen. 22 Prozent erlebten körperliche, sexuelle und seelische Gewalt in der Partnerschaft. In der Kindheit machten 44 Prozent Erfahrungen mit Gewalt. 55 Prozent der Frauen erlebten sexuelle Gewalt. Die Dunkelziffern liegen höher. In Einzelfällen sind auch Männer betroffen. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Beratung und Begleitung der Betroffenen, Angehöriger und professioneller Helfer. Über Öffentlichkeitsarbeit und Prävention werden die Bürger für dieses Thema sensibilisiert. Es gibt eine Reihe von Präventionsprojekten für Kinder und Erwachsene, z.B. „Hauen ist doof“, „Streiten will gelernt sein“, „Umgang mit Wut“, „Irrtümer der Liebe“, „Warnsignale häuslicher Gewalt“ und „Wege aus der Brüllfalle“. Probleme sind hierbei, dass die Projekte meist nur über zwei Jahre laufen und Gelder eingeworben bzw. kofinanziert werden müssen. Auf Rügen wurde ein breites Netzwerk von Unterstützungsberatungsstellen geschaffen, um schnell und effektiv helfen zu können. So arbeiten Beratungsstellen der AWO, des DRK, Frauenhäuser, Ärzte, Job- Center, Polizei und die Ämter eng zusammen. Jährlich findet in der letzten Novemberwoche die Antigewaltwoche statt. Dr. Brie war überrascht, welche Größenordnung diese Problematik einnimmt. Er dankte den Frauen für ihre sehr spezifische, umfangreiche und individuelle Arbeit, er wünschte ihnen viel Kraft für die weitere Arbeit.
Der 2. Besuchstermin des Abgeordneten war beim Pro- Familia Verein in Bergen. Frau Kirchhübel schilderte ihre Arbeit in der Familien,-Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung. Auch hier ist die Prävention zur Verhütung, Liebe, Partnerschaft, Rechte, Pflichten und Probleme rund um die Schwangerschaft das A und O.