Keinen Korb für den Kunden

KORBMACHER

Im Korbwerk Heringsdorf

Im Korbwerk Heringsdorf

Egal, was ein Kunde in Deutschlands ältester noch produzierender Strandkorbmanufaktur bestellt, er bekommt keinen Korb, damit er den individuell gewünschten Strandkorb bekommt. Nach 1990 stellte sich die Firma neu auf und wandte sich wieder dem traditionellen und geflochtenen Strandkorb zu. So eroberte sie den Markt. Seit 2008 ist das Erfolgsgeheimnis des Unternehmens geworden, dem Kunden jeden Wunsch zu erfüllen, gleich welches Geflecht, Design, Holz, Stoff, Tisch, Beschlag, Schutzhülle, Farbe, Beschriftung oder auch Körbe mit Beleuchtung, Massageeinheit, Kühlschrank, Radio. 1300 bis 1500 Einzelanfertigungen von Strandkörben verlassen gegenwärtig jährlich die Manufaktur. Allein im eigenen Lager lassen sich weit über eintausend unterschiedliche Materialien finden. Dass der Strandkorb für das G-8-Treffen in Heiligendamm hier in Heringsdorf entwickelt worden und entstanden ist, war dann wohl fast selbstverständlich. Aber 2014 setzte die Manufaktur noch einen drauf und entwickelte für Heringsdorf ein vier Meter hohes und sechs Meter breites Möbel, den „größten Strandkorb der Welt“, der neben der Seebrücke aufgebaut wurde. Bei Händlern hat sich inzwischen herumgesprochen, dass sich aus dem Design der Strandkörbe Kioske, Verkaufsstände oder auch eine Kundenlounge für Autohändler bauen lassen, die nicht zuletzt eine attraktive und sehr besondere Werbung sind. Aber Strandkörbe von hier werden längst in die ganze Welt geliefert und stehen selbst auf Alpenhöhen in der Schweiz. Nur einen einzigen Auftrag nimmt korbwerk wohl nicht an: die Reparatur der importierten und nachgebauten Strandkörbe, „strandkorbähnlich“ heißt es unter Fachleuten, die Baumärkte billig anbieten, und bei denen die Flechtung nach wenigen Monaten verrottet ist und reißt.

22 Beschäftigte hat die seit 1925 bestehende Manufaktur. Für diese Individualität ihrer Produkte benötigt sie sehr unterschiedliche Handwerke: Tischler, Schneider, Maler, Polsterer, Elektriker, Mechaniker, Designer und natürlich Korbflechter. Fast jeder kann mehrere Gewerbe ausführen. Die Korbflechter allerdings sind Spezialisten. Ihre Arbeit verlangt nicht nur spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten, sondern ist auch besonders anstrengend. Da dieser Beruf inzwischen von der staatlichen Berufsliste gestrichen wurde, werden sie im Unternehmen bei Bedarf selbst ausgebildet.

Der Betriebsleiter, Matthias Krüger, hat die Arbeit in diesem Unternehmen von unten umfassend kennengelernt und eben gelernt. Er kennt die unterschiedlichen Formen von Ost- (gerundet) und Nordseekörben (eckiger), aber vor allem die in seiner Firma notwendigen Materialien und Arbeiten sehr genau. Bei aller Modernität schätzt er auch, dass das traditionelle Handwerk im Strandkorbbau seinen bleibenden Platz behält. Er ist selbst Heringsdorfer und meint von sich, „nie die Insel verlassen“ zu haben.

 

korbwerk Heringsdorf GmbH & Co. KG
Waldbühnenweg 2
17424 Ostseebad Heringsdorf
Tel.: 038378 46505-0
info@korbwerk.de
www.korbwerk.de