Gedenkveranstaltung Stralsund am 22. Juni 2016

LINKE gedachten den Opfern des Überfalls auf die UdSSR

Nicht nur ein Tag des Gedenken sondern ein Tag an dem wir laut sagen müssen: dass man endlich nicht gegen sondern mit Russland arbeiten muss.

Am 22. Juni 1941 früh um 03:15 Uhr begann der deutsche Überfall auf die Sowjetunion.  Der Angriff bedeutete den Auftakt zu einem erbarmungslosen Vernichtungskrieg, in dem 27 Millionen sowjetische Bürger, mehrheitlich Zivilisten, ums Leben kamen. Daran erinnerte Dr. André Brie in seiner Rede am sowjetischen Ehrenmahl in Stralsund auf dem Neuen Markt.

„Das wir heute hier sind ist nicht nur ein Gedächtnis, sondern auch eine hoch aktuelle Angelegenheit. Was machen die Bundesregierung, die europäische Union, die Nato? Die Sanktionen gegen Russland wurden gerade in dieser Woche verlängert. Polen, Lettland, Litauen, Estland und der Nato – Generalsekretär reden von Krieg und sie proben ihn gegenwärtig an den Grenzen von Russland. Das hier heute aufgezogene Banner, das Professor Glende gestaltet hat, zeigt die Fahnen von Ländern in denen heute Krieg ist. Länder aus denen Flüchtlinge kommen. Es zeigt aber auch die Fahnen von Länder die Verantwortung übernehmen müssen für Frieden, für eine Lösung von Konflikten. Darunter Deutschland, die USA , Russland, Israel, Polen, Türkei und natürlich auch die Europäische Union und die UNO“.

Brie wies mahnend weiter darauf hin, dass am vergangenen Dienstag die Mitglieder des Willy-Brandt-Kreises die Bundesregierung aufgefordert haben, auf dem NATO Gipfel in Warschau ein deutliches Zeichen der Entspannungsbereitschaft und Zusammenarbeit zu setzen und der drohenden Spirale eines neuen Wettrüstens in Europa Einhalt zu gebieten.

Es wird gefordert:

  1. Die NATO-Russland-Grundakte ist neu zu beleben, handelt es sich doch um das einzige Abkommen, das den Parteien in vertraglicher Form militärische Zurückhaltung auferlegt.
  2. Militärische Vertrauensbildung stärken!
  3. Verhandlungen zum Abzug taktischer Atomwaffen beginnen! Die Ächtung und der Abzug solcher Waffen sind nicht nur in Europa seit langem überfällig.
  4. Raketenabwehrprogramm stoppen und neu verhandeln! Es gilt, den Dialog mit Russland über kooperative Lösungen in der Frage der Raketenabwehr unverzüglich wiederaufzunehmen und Gespräche über die Zukunft der strategischen Stabilität zwischen den USA und Russland zu initiieren.
  5. Die gegen Russland verhängten Sanktionen müssen aufgehoben werden. Eine Verbesserung der Situation ist nur durch Dialog und Zusammenarbeit zu erreichen.
  6. Deutschland sollte sich für eine OSZE-Beobachtermission in der Türkei einsetzen, um die Lage an der syrisch-türkischen Grenze und in den kurdischen Gebieten der Türkei zu beobachten. Darüber hinaus sollte Deutschland den OSZE-Vorsitz nutzen, die konventionelle Rüstungskontrolle in Europa wieder mit neuem Leben zu erfüllen.

„Ich schließe mich dem uneingeschränkt an und ich denke, wir alle. Und nicht nur heute ist dies eine Aufgabe die wir kontinuierlich und entschieden fortsetzen müssen, damit Politik gemeinsam mit Russland gestaltet wird. Auf dem großen Banner steht „Frieden gibt es nur gemeinsam“. Im Iran haben die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und China erlebt, dass man solche Konflikte nur mit Russland gemeinsam lösen kann. Wenn es in Syrien eine Lösung geben soll geht das nicht gegen Russland sondern nur mit Russland zusammen und es passiert gegenwärtig viel zu wenig in dieser Hinsicht. Gegenwärtig sind 65 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Hunderttausende die in den Kriegen getötet werden. Deswegen denke ich, dieser Tag heute ist nicht nur ein Tag des Gedenkens sondern auch ein Tag an dem wir laut sagen, dass man endlich nicht gegen sondern mit Russland arbeiten muss. Und natürlich danken wir an diesem Tag den Menschen, die gegen Nazideutschland von 1941 bis 1945 gekämpft haben“, so Brie weiter.

In den anschließenden Gesprächen brachten die Anwesenden Ihre Enttäuschung zum Ausdruck, dass es aus diesem Anlass keine herausgehobene Gedenkveranstaltung in einem würdigen Rahmen in Deutschland gibt. Auch Stralsund bietet einen würdiger Rahmen.      Den bereits am 24. Mai 1370 ging mit dem Friede von Stralsund, geschlossen zischen dem dänischen König Waldemar IV. und dem Bündnis der Hansestädte, von der deutschen Hansestadt Stralsund eine entscheidende Friedensbotschaft in die Welt. Alle Beteiligten sind sich einig, dass der 1. September, der Weltfriedenstag, einen weiteren Anlass bietet, zu zeigen, dass Stralsund ein Ort des Friedens ist und bleiben muss.

Stadtverband DIE LINKE
Vorsitzende Christina Winkel