Weltweit Töne aus Mecklenburg

METALLBLASINSTRUMENTENBAUER

Michael Münkwitz wurde in Leipzig geboren. Dort wuchs er auf, und wo, wenn nicht in jener Gegend, wo Bach und so viele andere bekannte Musiker lebten und wirkten, soll man Blasinstrumentenbauer werden können, zumal er schon als Kind selbst im Posaunenchor mitspielte. Als er dort eine private Werkstatt sah, war er sofort begeistert und wollte das Handwerk lernen. Der Besitzer und Meister gehörte zu den großen Instrumentenbauern und hatte auf der Leipziger Messe zweimal eine Goldmedaille für seine Instrumente erhalten. Er forderte seine Lehrlinge, erzog sie zu selbstständiger Arbeit und ließ sie auch für die prominenten Kunden, darunter den weltberühmten Trompeter Ludwig Güttler, arbeiten: „Ich konnte vom ersten Tag laufen, aber ich lerne bis heute.“

Als er gefragt wurde, ob er nicht nach Rostock kommen und für die damals vielen Orchester in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten wolle, die bis dahin alle nach Leipzig kommen mussten, um ihre Blasinstrumente reparieren oder herstellen zu lassen, dachte er zunächst: „Ich bin doch Ursachse. Was soll ich am Hintern der Welt?“ Doch er erhielt die Möglichkeit, seine eigene und selbstständige Werkstatt zu gründen. So kam er 1979 mit einem Koffer an: „Damals gab es Arbeit genug, alles wurde repariert, egal wie alt das Instrument und wie oft es schon gelötet war.“ Kunst, und Musik erst recht, haben es heute schwerer, weiß er. Viele Orchester sind eingegangen, und den Musikschulen fehlt oft das Geld. Eine Trompete aus China lässt sich für 75 Euro kaufen. Doch Michael Münkwitz klagt nicht, jammert schon gar nicht. Musik liebt er sowieso, sein Handwerk, das nicht selten auch selbst ein künstlerisches ist, ebenso. Er ist auf vielen internationalen Messen, macht sich bekannt und kann mit seinen Musikinstrumenten für sich werben.

In einer Kirche hatte er zufällig eine Trompete von 1650 entdeckt. Sie baute er nach: „So wie die Alten sie gebaut haben, so machte auch ich es. Manchmal schüttelte ich den Kopf, um diese Tradition nachzuvollziehen. Es war eine faszinierende Herausforderung, sich zu fragen, wie die Musik von Händel oder Bach auf den Trompeten ihrer Zeit klang. Ich setzte mich damit auseinander, wie inzwischen Musiker in der ganzen Welt sich mit meiner Trompete damit auseinandersetzen.“ Er hat Kunden in der ganzen Welt. Auf einer Messe in Shanghai kamen Chinesen an seinen Stand und maßen die Trompete ab. Er weiß, dass sie gewiss bald kopiert werden wird, doch er kann sicher sein, dass Münkwitz-Trompeten „made in Rostock“ ihren Platz behalten werden. Die Qualität, der Charakter von Handarbeit, die Leidenschaft sind wohl sein erlebbares Markenzeichen: „Wenn ich eine Trompete in die Hand nehme, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut. Ich lebe den Beruf und mache meine Arbeit sehr gern. Ich vermittle Emotionen, so wie es meine Musikinstrumente auch können.“

 

Metallblasinstrumentenbau
Meisterwerkstatt
Michael Münkwitz
Tannenweg 22
18059 Rostock

Tel. 0381 452768
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