Ausstellungseröffnung am 20.08.2016 in Putbus

Ich war schon um 13 Uhr in Sassnitz, obwohl das Jahrestreffen von ISOR erst um 14 Uhr beginnt. Ich genoss die Sonne, telefonierte mit meinen Töchtern und Freunden. ISOR begeht gerade seinen 25. Jahrestag. Das Treffen begann, wie ich es leider immer öfter erlebe, mit einer Schweigeminute für die Verstorbenen. Selbst sprach ich vom Wahlkampf, der sozialen Situation sehr vieler Menschen, Russland und den Kriegen. In den Fragen ging es dann auch um die AfD und die Auseinandersetzung mit ihr, um die FDP-Plakate oder erneut um Russland. Meine Kugelschreiber, Karten und Flyer waren auch schnell weg. Da sie auch Sommerfest hatten, gab es danach auch in persönlichen Gesprächen um viele andere Fragen. Doris und ich mussten aber nach 16 Uhr los, denn Doris hatte mir eine Ausstellungseröffnung des Filmemachers und Malers Frank Otto Sperlich „Bewegung“ in der Orangerie von Putbus empfohlen. Ich war beeindruckt und begeistert von den sehr unterschiedlichen Gemälden. Unterschiedlich bedeutet aber nicht das er keinen einheitlichen Stil hat, so verschieden er zunächst scheint, er entspricht konsequent den jeweiligen Sujet. Für seine Meerlandschaften ist er ohnehin bekannt, aber es wäre grundfalsch, wenn er darauf reduziert würde. Ich werde nicht versuchen, es zu beschreiben. Es wäre wunderbar, wenn möglichst viele Menschen, diese Ausstellung sehen würden. Selbst war ich besonders angezogen, hinge- und zerrissen von seinen Bildern zu Babi Jar, wo die Wehrmacht und die SS gemeinsam im September 1941 mehr als 33.000 jüdische Kinder, Frauen und Männer innerhalb von anderthalb Tagen mit Maschinengewehren ermordeten. Die Eröffnung der Ausstellung durch Reinhard Litty, Vorstandmitglied der KulturStiftung Rügen, Walter Goes und den Schauspieler und Musiker Christian Steyer gab dem Maler, der Ausstellung und seinen Themen einen wunderbaren, bewegenden und entsprechenden Rahmen. Ich weiß nicht, ob Litty oder Goes über die Empathie des Malers redeten, aber sie praktizierten ihn auf ihre eigene Weise. Als ich mich von Doris verabschiedete, konnte ich nicht nur Danke sagen, und dass ich glücklich sei.